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Nick Cave & The Bad Seeds
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Nick Cave - From Her To Eternity Nick Cave - The Firstborn Is Dead Nick Cave - Kicking Against The Pricks Nick Cave - Funeral… My Trial
"From Her To Eternity" "The Firstborn Is Dead" "Kicking Against The Pricks" "Your Funeral… My Trial"

"Your Funeral… My Trial"
Vö. 24.04.2009 | Mute

Nick Cave - Your Funeral… My Trial
Von Ian Penman, 2009

Es gibt Alben, die man bewundert, aber selten anhört und es gibt Alben, die man anbetet und ständig hört. Your Funeral… My Trial (1986) gehört sicherlich in die letzte Kategorie. Vor 20 Jahren habe ich dieses Album bis zum Umfallen abgespielt - und 20 Jahre später gefällt es mir noch immer, wenn nicht sogar noch besser.

Ich mochte die Musik der 80er nicht besonders. Eine der wenigen Bands aus dieser Zeit, für die ich mich damals erwärmen konnte, war Nick Cave & The Bad Seeds.

Auch und gerade wegen ihrer erratischen Entwicklung: ein literarisch gebildeter Australier, der von den ungebildeten Südstaaten der USA besessen war, und ein bunt zusammen gewürfelter Haufen europäischer und australischer Musiker im "Sam Peckinpah"-Stil, die zwischen London, Brasilien und Berlin umher zu ziehen schienen. - Das schien mir das Gegenteil von beschränkt oder provinziell.

Manchmal mochte ich die Geschichten dazu (also: glühende Liebeslieder, Niedergeschlagenheit, Drogen, Zusammenbruch) mindestens genau so wie die Musik: Nick Cave, der kultiviert dekadente Rock `n Roller, halb Georges Bataille, halb Jerry Lee Lewis. Oder noch besser: halb Edgar Allan Poe und Elvis Aaron Presley.

Die neue Edition des Albums hat eine ganz neue Klarheit und eröffnet dadurch ganz neue musikalische Ebenen, Farben und Texturen, die einen förmlich "anspringen". Man hört den Bad Seeds bei der Arbeit zu, eine Gegenströmung aus Orgel-Bass-Klavier, eine Band, die wie ein Zahnrad ins andere greift und auf der Höhe ihrer Schaffenskraft ist - und offenbar auch noch Spaß hat. Die Bad Seeds hören sich wie eine richtige Band an, majestätisch schräg, abgefahren und sehr einfallsreich. Und Nick Cave hört sich tatsächlich an wie ein Sänger, nicht nur wie ein Mann, der versucht seiner eigenen Vorstellungen gerecht zu werden.

Die Arrangements Your Funeral… My Trial wirken in diesen überarbeiteten Aufnahmen wesentlich arrangierter weit gefächerter und tiefer. Der Bass ist monumental, aber auch irgendwie geisterhaft. Man hört wie Nick Cave sich streckt - und im Hier und Jetzt von "Here I am, little lamb..." lebt.

'Stranger Than Kindness' ist eines der Lieder, die ich auf alle Fälle auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Der Song ist ein zeitloses Liebeslied, das sich leichter als Luft, aber schwerer als die Sünde anhört.

'Jack's Shadow' lebt von einem einfachen Bluesthema, das Schlagzeug arbeitet wie eine Guillotine, Bargeld slided beklemmend auf seiner Gitarre, der Song mehr Allegorie als Song.

'The Carny' ist natürlich der Song, den Nick Cave & The Bad Seeds in Wim Wenders´ Film "Der Himmel über Berlin" aufgeführt haben. Er wird auch immer mit diesem Film assoziiert werden -, auch wenn im Nachhinein Wenders und Cave grundverschiedene Ansatzpunkte für ihr künstlerisches Schaffen haben - und man sich die beiden Charaktere nur schwer in einem Raum vorstellen kann.

In 'She Fell Away' kommt einer meiner Lieblingspassagen von Nick Cave vor: "Seems impossible to me now / But once the road lay open like a girl...". Und das unglaublich erhabene 'Sad Waters' hat zu viele tolle Textstellen, um sie alle zu zitieren.

Im Nachhinein könnte man fast sagen, dass Cave auf dieser Platte gelernt hat, solche Texte zu singen. Da hören wir zum Beispiel, wie er die relative simple Textstelle "Mary in the shallows / laughing" so unendlich zart und schmerzvoll interpretiert.

Seine Interpretation von Tim Roses Klassiker 'Long Time Man' hört sich schräg an. Man muss einfach zuhören, wie Nick Cave in diesem Song das Wort "love" aus der Zeile "I haven't had any love..." artikuliert. Das ist ein Beispiel dafür, warum sich Your Funeral… My Trial damals, 1986, so erstaunlich angehört hat und es heute immer noch tut. Indie- Musik klingt auch heute noch oft zu homogen, zu polternd, zu geschlechtslos und metaphysisch, zu leer - für meine Begriffe. Und Cave hörte sich damals schon und hört sich immer noch an wie ein Mann, der aufgefressen wird von seiner Hingabe, seinem Zweifel, seiner Liebe und seinen Bedürfnissen. Er wirft sich in die Songs, als ob sie unglaublich heilig oder unglaublich dreckig wären.

From Her To Eternity, The Firstborn Is Dead, Kicking Against The Pricks and Your Funeral… My Trial erscheinen als die ersten vier Neuerscheinungen des digital überarbeiteten Katalogs von Nick Cave & The Bad Seeds Alben im Frühjahr 2009 jeweils mit einer Audio CD mit den digital überarbeiteten Aufnahmen sowie einer DVD mit einer 5.1. Surround Sound-Abmischung des Albums und einer filmischen Dokumentation von Iain Forsyth und Jane Pollard sowie den B-Seiten der Singles und exklusiven Liner Notes.

>> www.nickcaveandthebadseeds.com
>> www.myspace.com/nickcaveandthebadseeds


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