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Nick Cave & The Bad Seeds
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Nick Cave - From Her To Eternity Nick Cave - The Firstborn Is Dead Nick Cave - Kicking Against The Pricks Nick Cave - Funeral… My Trial
"From Her To Eternity" "The Firstborn Is Dead" "Kicking Against The Pricks" "Funeral… My Trial"

"The Firstborn Is Dead"
Vö. 24.04.2009 | Mute

Nick Cave - The Firstborn Is Dead
"Elvis is my favourite singer. Well, he's actually not my favourite singer. He's my favourite performer…"
Nick Cave, 1985

"Anything that don't frighten the children is in good taste, as far as I'm concerned"
Elvis Presley

Das zweite Album von Nick Cave & The Bad Seeds wurde 1984 in den Hansa Studios in Berlin aufgenommen. Die Bad Seeds und Flood haben es gemeinsam produziert. Es ist voller Referenzen an die amerikanischen Südstaaten und vor allem an Elvis Presley. Der seltsame Albumtitel "The Firstborn Is Dead" weist auf Presleys totgeborenen eineiigen Zwilling Jesse Garon Presley hin. Cave scheint sich gefragt zu haben, ob der komplexbeladene King sich als überlebender Zwilling in seinem Leben mit Schuldgefühlen plagte. "Wenn man sich die letzten Konzerte ansieht, kurz bevor er starb", so Cave, "dann sieht man einen Mann, der entsetzlich gegen das Leben gekämpft hat. Das ist das Brutalste, was man je auf Film gebannt hat. Durch diese Aufnahmen scheint ein einzigartiger Heroismus."

Einzigartig heroisch ist auch "The Firstborn Is Dead". Es ist ein seltsam brutales Album. Hat der Vorgänger, das Nick Cave & The Bad Seeds Debüt "From Her To Eternity," uns einen neuen "howling wolf" zur Schau gestellt, so erscheint Nick Cave auf diesem Album als der schlauer Fuchs, der mit seiner Antipathie gegen gängige Gesangsmuster und formelhafte Songs ein neues Vokabular des Songwriting erfindet. Das ganze Album vermeidet das Klischee und brüllt den Schmerz und die Wut heraus mit dem Witz eines geborenen Geschichtenerzählers und einem sehr lebendigen Sinn für Romantik.

Das Album entsteht in einer seltsamen Ära des Übergangs, in der nicht nur Cave eine neue Identität nach der Birthday Party-Ära sucht. Er fügt sich nicht recht ein in das Gefüge der Zeit - und wird so zum Magnet und zur widerspenstigen Leitfigur aller Misfits und Querdenker. Nach dem "Band Aid"- Konzert, einem der größten Medienhypes der Zeit befragt, zuckt Cave nur die Schultern und sagt: "Ich weiß nicht, ich war, glaube ich, in Australien zu dieser Zeit - oder in Äthiopien."

1985, als aus Joy Division die Band New Order wurde, gab es viele Musiker, die kratzige weiße Dancemusik machten. Andere, die Goths (obwohl sich niemand gerne als solcher bezeichnen ließ) suchten eine düsterere Ausdrucksform. Cave und seine Band wurden als Leitfigur von dieser Szene eingenommen und von der Musikpresse einerseits als gequälte Künstler mit Drogenproblem dargestellt, andererseits als nicht gequält genug, um "Sankt Nicolaus" dann wieder in den Himmel zu loben für sein Werk.

The Firstborn Is Dead ist völlig unterschiedlich kritisiert worden. "Sounds" hielt es für das bewegendste Blues-Album des Jahres, der "Melody Maker" befand es als "erbärmlich, vorhersehbar, widerlich und entbehrlich". Der "NME" hielt es für "absichtlich chaotisch und unkonzentriert" und "City Limits" nannte es "fehlerhaft aber formidabel". "Es ist ziemlich intensiv", schrieb "Smash Hits", "aber auf seltsame Weise faszinierend."

Cave selber war unlängst nach Berlin gezogen. "Ich weiß nicht so recht warum, aber Berlin schien mir all das zu bieten, was mir London nicht bieten konnte", sagt er dem "Melody Maker". "Die Leute dort haben Drive und Vorstellungskraft und eine Seele." Das sind auch alles Eigenschaften, mit denen man das Album beschreiben könnte, und die zum großen Teil auch dem Können seiner Mitmusiker zu verdanken sind: Mick Harvey, der Loyale und Unersetzliche, der legendäre Barry Adamson und der einmalige Blixa Bargeld.

"Tupelo" mit seinem Donnergrollen und Blitzgeräuschen ist der unvergessliche Opener des Albums (und eine atemberaubende Single). In "Tupelo" wurde Elvis Presley geboren. Der Song ist angelehnt an John Lee Hooker's "Talking Blues", in dem es um eine Sintflut geht. Cave predigt: "Looka yonder! A big black cloud come!" - und meint dabei sicher sowohl die Geburt von Elvis (und seinem Zwillingsbruder) als auch die Apokalypse.

Es ist nicht das erste, und auch nicht das letzte alttestamentarische Zitat von Nick Cave, wohl aber der einzige Hinweis auf eine sowohl leidenschaftlich als auch ambivalent vorgetragene These der Gleichsetzung von Elvis Presley und Jesus Christus. "Well Saturday gives what Sunday steals/ And a child is born on his brother's heels/ Come Sunday morn the first-born is dead/ In a shoebox tied with a ribbon of red…" Cave drückt Elvis unausgesprochenen Schmerz aus: "He carried the burden out of Tupelo/ You will reap just what you sow…"

"Say Goodbye To The Little Girl Tree" beschreibt einen Mann, der sich wünscht, dass das junge Mädchen, das er liebt, für immer jung bleiben würde. Es ist keine Mörderballade, aber eine Selbstmörderballade, in der der Erzähler als besten und einzigen Ausweg aus dem Dilemma nur eine Lösung findet:"Oh you know that I must die".

"Train Long-Suffering" ist ein klassischer Gospelsong, während "Black Crow King" Nick Cave für die nächsten Jahre einen Spitznamen einbrachte, der von denen gebraucht wurde, die seine Ironie und die Tatsache nicht verstanden, dass ein Autor nicht immer über sich selber schreibt.

"Knockin' On Joe" kommt aus dem Jargon US-amerikanischer Gefängnisse und beschreibt einen Ausweg aus der Zwangsarbeit, indem sich die Häftlinge selbst die Finger, Hände oder Beine verstümmeln. "You can't hurt me any more!"

"Wanted Man" nimmt sich einen sehr atypischen Bob Dylan-Song vor (der auch von Johnny Cash gesungen wurde) und färbt ihn ein durch improvisierte Texte und ein hypnotisches Stakkato, das sich immer weiter aufbaut. Caves Stimme spuckt, zischt und stottert noch drängender als die Musik. Dieser Song ist nach wie vor einer der ganz großen Bad Seeds Songs.

"The Firstborn Is Dead" wurde im Juni 1985 veröffentlicht und verpasste die englischen Top 50-Charts nur knapp. Das Album half Nick Cave seine neue Rolle als Meister der postmodernen Ironie, als Wortkünstler, als der Hexenmeister des tiefempfundenen Weinens mit einem ironischen Lächeln im Mundwinkel zu definieren. In vielen seiner späteren Veröffentlichungen diente der Blues ebenso wie bei diesem zweiten Album als Ausgangspunkt für das schwindelerregende Geschepper und Gefunke, in das Nick Cave & The Bad Seeds ihre Musik hochpeitscht.

Elvis Presley's Freund und "spiritual advisor" Larry Gellar behauptet, dass Elvis manchmal glaubte, die Stimme seines verstorbenen Zwillingsbruders zu hören. "Er träumte einmal", sagte er, "dass sie beide auf der Bühne stünden vor Tausenden von Menschen, beide gleich angezogen und Gitarre spielend. Und dann sagte mir Elvis: "Und weißt Du was? Er hatte die bessere Stimme von uns beiden."

From Her To Eternity, The Firstborn Is Dead, Kicking Against The Pricks and Your Funeral… My Trial erscheinen als die ersten vier Neuerscheinungen des digital überarbeiteten Katalogs von Nick Cave & The Bad Seeds Alben im Frühjahr 2009 jeweils mit einer Audio CD mit den digital überarbeiteten Aufnahmen sowie einer DVD mit einer 5.1. Surround Sound-Abmischung des Albums und einer filmischen Dokumentation von Iain Forsyth und Jane Pollard sowie den B-Seiten der Singles und exklusiven Liner Notes.

>> www.nickcaveandthebadseeds.com
>> www.myspace.com/nickcaveandthebadseeds


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